Mutterschutz & Elterngeld – verständlich erklärt
Mutterschutz und Elterngeld hängen enger zusammen, als viele denken.
Gerade rund um den Zeitpunkt der Geburt und den Beginn des Mutterschutzes entstehen häufig Missverständnisse, die später spürbare Auswirkungen auf das Elterngeld haben können.
Auf dieser Seite erfährst du:
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was der Mutterschutz genau bedeutet
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wie Mutterschutz und Elterngeld zusammenhängen
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welche Zahlungen angerechnet werden
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worauf Eltern besonders achten sollten
Was ist Mutterschutz?
Der Mutterschutz ist eine gesetzlich geregelte Schutzfrist für werdende Mütter rund um die Geburt eines Kindes.
Er beginnt in der Regel:
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6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin
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und endet 8 Wochen nach der Geburt
(bei Früh- oder Mehrlingsgeburten: 12 Wochen nach der Geburt)
Während dieser Zeit besteht grundsätzlich ein Beschäftigungsverbot, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu schützen.
Welche Leistungen gibt es während des Mutterschutzes?
Während des Mutterschutzes erhält die Mutter in der Regel:
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Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse
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ggf. einen Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
Zusammen sollen diese Zahlungen das bisherige Einkommen weitgehend ausgleichen.
Wichtig:
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Mutterschaftsgeld ist keine Elterngeldzahlung
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es ersetzt Elterngeld für bestimmte Monate automatisch
Wie hängen Mutterschutz und Elterngeld zusammen?
Die Monate des Mutterschutzes nach der Geburt gelten als verbrauchte Basiselterngeldmonate der Mutter, sofern Mutterschaftsleistungen bezogen werden.
Das bedeutet:
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Diese Monate sind für die Mutter fest „belegt“, wenn Mutterschaftsgeld oder vergleichbare Leistungen gezahlt werden
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Eine doppelte Zahlung (Mutterschaftsgeld + Elterngeld) ist nicht möglich
Wichtig seit April 2024:
Der gleichzeitige Bezug von Basiselterngeld durch beide Elternteile ist innerhalb der ersten 12 Lebensmonate des Kindes nur noch für maximal einen Monat möglich.
Diese Regelung ist für die Planung der Bezugsmonate besonders relevant.
Hinweis:
Bei bestimmten Konstellationen – etwa bei Selbstständigen ohne Anspruch auf Mutterschaftsleistungen – kann die Bewertung der Mutterschutzmonate abweichen.
Mutterschutz und Bemessungszeitraum
Der Mutterschutz hat auch Einfluss auf den Bemessungszeitraum für das Elterngeld.
Grundsätzlich gilt:
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Monate mit Mutterschaftsgeld vor der Geburt können aus dem Bemessungszeitraum ausgeklammert werden
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Dadurch kann sich der relevante Zeitraum nach hinten verschieben
Gerade hier entstehen häufig Fehler, weil:
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der Bemessungszeitraum falsch angenommen wird
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Einkommensmonate fehlen oder falsch bewertet werden
Was gilt für Elterngeld Plus?
Auch beim Elterngeld Plus gilt:
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Mutterschutzmonate nach der Geburt werden angerechnet
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Sie zählen jedoch nicht als Elterngeld-Plus-Monate, sondern immer als Basiselterngeld
Eine Umwandlung dieser Monate in Elterngeld Plus ist nicht möglich.
Einkommensgrenzen beim Elterngeld (Stand 2025)
Für Geburten ab April 2024 gelten neue Einkommensgrenzen für den Elterngeldanspruch:
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Paare:
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bis 200.000 € zu versteuerndes Einkommen
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ab April 2025: 175.000 €
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Alleinerziehende:
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bis 150.000 € zu versteuerndes Einkommen
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Liegt das Einkommen darüber, besteht kein Anspruch auf Elterngeld – unabhängig von Mutterschutz oder Elternzeit.
Häufige Fehler rund um Mutterschutz & Elterngeld
Typische Stolperfallen sind:
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Mutterschutzmonate werden doppelt eingeplant
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falsche Annahmen zum Beginn des Elterngeldbezugs
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Bemessungszeitraum wird nicht korrekt berechnet
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gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld wird falsch geplant
(seit April 2024 nur ein gemeinsamer Monat möglich) -
Elterngeld Plus wird zu früh oder falsch eingeplant
Viele dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn der Zusammenhang frühzeitig verstanden wird.
Mutterschutz & Elterngeld richtig planen
Wie sich Mutterschutz und Elterngeld konkret auswirken, hängt unter anderem ab von:
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dem Zeitpunkt der Geburt
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dem Einkommen vor der Geburt
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der geplanten Elternzeit
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der gewünschten Aufteilung der Bezugsmonate
Eine pauschale Planung funktioniert hier selten.
Nächster sinnvoller Schritt
Wenn du wissen möchtest, wie sich Mutterschutz und Elterngeld in eurer konkreten Situation auswirken, hilft eine individuelle Einschätzung.