Bemessungszeitraum fürs Elterngeld richtig berechnen
➔ Eine Übersicht über alle Elterngeld-Grundlagen findest du hier
Der vollständige Leitfaden für werdende Eltern
Die Berechnung des Elterngeldes steht und fällt mit einem einzigen Punkt:
dem richtigen Bemessungszeitraum.
Viele Eltern verlassen sich auf Online-Rechner – und wundern sich später, warum die Elterngeldstelle zu ganz anderen Ergebnissen kommt.
In diesem Leitfaden erfährst du verständlich und Schritt für Schritt:
-
was der Bemessungszeitraum überhaupt ist
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welche Monate berücksichtigt werden
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wann und warum der Bemessungszeitraum verschoben wird
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welche Sonderfälle wirklich zur Ausklammerung führen
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wie du typische Fehler vermeidest, die schnell mehrere hundert oder sogar tausend Euro kosten können
Was ist der Bemessungszeitraum beim Elterngeld?
Der Bemessungszeitraum bestimmt, welche 12 Monate für die Berechnung deines Elterngeldes genutzt werden – und kann sich je nach Situation verschieben.
Grundsätzlich gilt:
-
Es zählen die 12 Kalendermonate vor dem Monat der Geburt
-
Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen in diesen Monaten
-
Der Zeitraum kann sich verschieben, wenn bestimmte Sondertatbestände vorliegen
Beispiel:
Geburt im September 2025
→ regulärer Bemessungszeitraum: September 2024 bis August 2025
Der häufigste Denkfehler
Viele Eltern gehen davon aus, dass der Bemessungszeitraum immer exakt 12 Monate vor der Geburt liegt.
Das ist nicht korrekt.
Es gibt mehrere klar definierte Fälle, in denen Monate ausgeklammert und durch frühere Monate ersetzt werden.
Wann wird der Bemessungszeitraum verschoben?
Eine Verschiebung erfolgt nur bei gesetzlich vorgesehenen Ausklammerungstatbeständen.
Ausgeklammert werden insbesondere Monate mit:
-
Mutterschutzleistungen
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Elterngeldbezug für ein älteres Kind (bis max. zum 14. Lebensmonat)
-
schwangerschaftsbedingter Erkrankung oder Beschäftigungsverbot
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Kurzarbeit oder vergleichbaren außergewöhnlichen Einkommenseinbußen
Wichtig:
Reine Elternzeit ohne Elterngeldbezug ist kein Ausklammerungsgrund.
Diese Monate fließen bei Arbeitnehmern in der Regel mit 0 € Einkommen in die Berechnung ein und senken den Durchschnitt.
1. Verschiebung wegen Mutterschutz
Mutterschutz beginnt in der Regel:
-
6 Wochen vor der Geburt
-
und endet 8 Wochen nach der Geburt
(bei Früh- oder Mehrlingsgeburten: 12 Wochen nach der Geburt)
Wichtiges Prinzip:
Liegt auch nur ein einziger Tag Mutterschutz in einem Monat, wird der gesamte Monat aus dem Bemessungszeitraum herausgenommen.
Beispiel:
Geburt am 10.09.2025
Mutterschutz startet am 30.07.2025.
Der komplette Juli 2025 wird ausgeklammert
Ersatzmonat: August 2024
Darum ist Mutterschutz der häufigste Grund für verschobene Bemessungszeiträume.
2. Verschiebung wegen schwangerschaftsbedingter Krankheit
Wenn du im relevanten Zeitraum wegen der Schwangerschaft arbeitsunfähig warst, können diese Monate ausgeklammert werden.
Typische Beispiele:
-
Beschäftigungsverbot
-
Arbeitsunfähigkeit (AU) aufgrund der Schwangerschaft
-
ärztliche Krankschreibung wegen Komplikationen
Auch hier gilt:
Schon ein einzelner Tag AU reicht aus, damit der gesamte Monat ersetzt wird.
3. Verschiebung wegen Kurzarbeit oder geringerer Einnahmen
Monate mit erheblich reduziertem Einkommen können ebenfalls ausgeklammert werden, wenn die Einkommensminderung nicht selbst verursacht wurde.
Dazu zählen z. B.:
-
Kurzarbeit
-
saisonbedingte Betriebsschließungen
-
pandemiebedingte Einschränkungen
-
betriebliche Auftragsrückgänge
Ziel ist, dass dein Elterngeld nicht künstlich niedriger ausfällt, nur weil dein Einkommen vorübergehend eingebrochen ist.
4. Verschiebung wegen Elterngeld für ältere Geschwister
Wenn du bereits Elterngeld für ein älteres Kind bezogen hast, werden diese Monate nicht für die Berechnung des neuen Elterngeldes herangezogen.
Das bedeutet:
-
Alle Monate mit Elterngeldbezug für das ältere Kind
-
werden aus dem Bemessungszeitraum ausgeklammert
-
und durch frühere Monate ersetzt
So soll verhindert werden, dass frühere Einkommensausfälle dauerhaft zu einem niedrigeren Elterngeld führen.
Wie berechnet man den finalen Bemessungszeitraum?
Schritt für Schritt:
1. Monat der Geburt festlegen
Beispiel: September 2025
2. Zwölf Monate zurückgehen
→ September 2024 bis August 2025
3. Prüfen: Gab es Mutterschutz?
Wenn ja → Mutterschutzmonate raus → ältere Monate rein
4. Prüfen: Gab es Krankheit / Beschäftigungsverbot?
Monate raus → ältere Monate rein
5. Prüfen: Kurzarbeit?
Monate raus → ältere Monate rein
6. Finale 12-Monatsliste erstellen
Diese Liste nutzt die Elterngeldstelle für die Einkommensberechnung.
Beispielrechnung (konkret & realistisch)
Geburt: 01.09.2025
Mutterschutz: ab 21.07.2025
Keine Krankheit | Keine Kurzarbeit
Regulärer Zeitraum: Sept. 2024 bis Aug. 2025
Ausklammerung wegen Mutterschutz: Juli 2025 + Aug. 2025
Ersatzmonate (rücken nach): Juli 2024 + Aug. 2025
Finaler Bemessungszeitraum:
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Juli 2024
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Aug 2024
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Sep 2024
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Okt 2024
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Nov 2024
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Dez 2024
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Jan 2025
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Feb 2025
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Mär 2025
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Apr 2025
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Mai 2025
-
Jun 2025
--> (Juli 2025 entfällt)
--> (Aug. 2024 entfällt)
Der Unterschied zwischen korrekt und falsch berechnetem Zeitraum?
Oft mehrere hundert Euro monatlich.
Beim Elterngeld Bemessungszeitraum berechnen ist vor allem wichtig zu verstehen, welche Monate ausgeschlossen werden und warum.
Die 3 größten Fehler bei der Berechnung
Fehler 1: Man nimmt stur „die 12 Monate vor der Geburt“
→ Mutterschutz wird ignoriert → falsches Ergebnis
Fehler 2: Schwangerschaftsbedingte Kranktage werden übersehen
→ Elterngeldstelle korrigiert später – oft zu spät für Planung
Fehler 3: Online-Rechner ohne Sonderfälle
→ Ergebnis wirkt „richtig“, ist aber fachlich unbrauchbar
Wann lohnt sich professionelle Hilfe?
Elterngeld ist überschaubar, wenn alle Monate normal verlaufen.
Das ist bei vielen Eltern jedoch nicht der Fall.
Gute Gründe für Beratung sind z.B.:
-
Mutterschutz + Krankheit + Elterngeld fürs erste Kind
-
unsichere Joblage oder Kurzarbeit
-
Minijob + Teilzeit + Hauptjob
-
Selbstständigkeit früher vs. Angestellt jetzt
-
Steuerklassenwechsel
-
mehrere Unterbrechungen im Bemessungszeitraum
Hier kann man schnell mehrere tausend Euro falsch berechnen.
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