Teilzeit & Elterngeld – was ist erlaubt?
Viele Eltern möchten während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten.
Grundsätzlich ist das möglich – hat aber direkte Auswirkungen auf die Höhe des Elterngeldes.
Gerade hier entstehen häufig Missverständnisse, weil Arbeitszeit, Einkommen und Bezugsform zusammenspielen.
Auf dieser Seite erfährst du:
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ob und wie viel Teilzeit während des Elterngeldbezugs erlaubt ist
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wie sich Teilzeit auf die Elterngeldhöhe auswirkt
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worin der Unterschied zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus liegt
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welche typischen Fehler Eltern machen
Darf man während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten?
Ja. Während des Elterngeldbezugs darfst du arbeiten, solange du nicht mehr als 32 Stunden pro Woche erwerbstätig bist.
Das gilt unabhängig davon, ob du:
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angestellt bist
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selbstständig arbeitest
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oder eine Kombination aus beidem hast
Wichtig:
Die 32-Stunden-Grenze wird nicht nach Kalendermonaten, sondern nach Lebensmonaten des Kindes geprüft (z. B. vom 12. eines Monats bis zum 11. des Folgemonats).
Für die Arbeitszeitplanung mit dem Arbeitgeber ist das entscheidend, da eine Überschreitung innerhalb eines Lebensmonats den Anspruch für diesen Monat gefährden kann.
Wie wirkt sich Teilzeit auf das Elterngeld aus?
Das Elterngeld ersetzt grundsätzlich einen Teil des wegfallenden Einkommens.
Arbeitest du während des Elterngeldbezugs in Teilzeit, wird dein Einkommen entsprechend angerechnet.
Vereinfacht gesagt:
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mehr Teilzeit-Einkommen → weniger Elterngeld
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weniger Teilzeit-Einkommen → höheres Elterngeld
Entscheidend ist dabei nicht das tatsächliche Netto, sondern das sogenannte Elterngeld-Netto, das pauschal aus dem Bruttoeinkommen berechnet wird.
Teilzeit beim Basiselterngeld
Beim Basiselterngeld gilt:
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Teilzeit ist erlaubt (bis 32 Stunden/Woche)
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das Einkommen wird direkt auf das Elterngeld angerechnet
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bei höherer Teilzeit kann nur noch der Mindestbetrag verbleiben
Das Basiselterngeld eignet sich, wenn:
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du gar nicht oder nur sehr geringfügig arbeiten möchtest
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du nur wenige Monate Elterngeld beziehen willst
Teilzeit beim Elterngeld Plus
Das Elterngeld Plus ist speziell für Eltern gedacht, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten.
Typisch für Elterngeld Plus:
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längerer Bezugszeitraum
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geringerer monatlicher Elterngeldbetrag
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Teilzeit wird besser abgefedert als beim Basiselterngeld
Gerade bei einer geplanten Teilzeit zwischen 20 und 32 Stunden pro Woche ist Elterngeld Plus häufig die sinnvollere Wahl.
Eine ausführliche Einordnung der Unterschiede findest du auf der Seite Elterngeld Plus.
Häufige Fehler bei Elterngeld & Teilzeit
Typische Stolperfallen sind:
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die 32-Stunden-Grenze wird nach Kalendermonaten statt Lebensmonaten geplant
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Teilzeit wird begonnen, ohne die Auswirkungen auf das Elterngeld zu prüfen
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Basiselterngeld wird gewählt, obwohl Elterngeld Plus günstiger wäre
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Einkommen wird mit dem „normalen Netto“ statt dem Elterngeld-Netto eingeschätzt
Diese Fehler führen häufig dazu, dass Eltern weniger Elterngeld erhalten als erwartet.
Teilzeit während Elterngeld richtig einordnen
Teilzeit ist grundsätzlich kein Problem beim Elterngeld – sie muss aber sauber eingeplant werden.
Entscheidend bleiben:
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der Bemessungszeitraum
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die Höhe des Einkommens vor und während des Elterngeldbezugs
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die richtige Bezugsform (Basiselterngeld oder Elterngeld Plus)
Schon kleine Unterschiede bei Arbeitszeit oder Einkommen können spürbare Auswirkungen auf die Elterngeldhöhe haben.
Nächster sinnvoller Schritt
Wenn du wissen möchtest, wie sich Teilzeit in deiner konkreten Situation auf dein Elterngeld auswirkt und welche Aufteilung für euch sinnvoll ist, ist eine individuelle Einschätzung oft hilfreicher als jede pauschale Rechnung.